Alles genehmigt und Synodale bestätigt
Die 66 anwesenden Mitglieder der Evangelischen Kirchgemeinde Bischofszell-Hauptwil genehmigten Rechnung und Budget und wählten die Synodalen für die Legislatur von 2026-2030. Mit der Genehmigung des Budgets kann in der Johanneskirche auch die Audioanlage ersetzt werden, was die Verständlichkeit deutlich verbessern wird.
An der Kirchgemeindeversammlung vom 29. April 2026 in der evangelischen Johanneskirche in Bischofszell wurde die Rechnung 2025 einstimmig genehmigt. Vom ursprünglich budgetierten Minus von 98’257 Franken für das Jahr 2025, resultierte ein Gewinn von 78'347.12 Franken. Dieses Plus erklärt sich vor allem durch einen höheren Steuerertrag, höhere Entgelte und tiefere Investitionen als budgetiert. Das Plus sei erfreulich, erklärt Kirchgemeindepräsident Marcel Rüegger. Das Geld könne man gut gebrauchen, stehen doch weitere Investitionen in der Johanneskirche an, betont Rüegger. So beantragte die Kirchenvorsteherschaft auch gleich, den Gewinn als Rückstellung für den für 2027 angedachten Heizungs-Ersatz zu verwenden. Diesem Vorschlag folgten die Stimmberechtigten, ebenfalls einstimmig. Auch erfreulich ist einmal mehr der Spendeneingang zu Gunsten des Projekts «s’Läbe teile». Es durften insgesamt 187'477 Franken überwiesen werden.
Ein vielfältiges Jahr liegt zurück – Verjüngung von Behörde erwünscht
Der Präsident blickt zurück auf ein vielfältiges Jahr der Kirchgemeinde mit zahlreichen Gottesdiensten und gemeinschaftlichen Anlässen. Besondere Highlights waren der Allianz-Gottesdienst, die Kinderwoche, der Gottesdienst am Stadtfest, der Konzertabend «Sound & Soul» und die Filmreihe «The Chosen». Viele Angebote förderten Begegnung, Austausch und Glaubensvertiefung für unterschiedliche Altersgruppen. Soziale Aktionen wie die Weihnachtspäckli zeigten das Engagement für andere. All diese Aktivitäten wurden durch zahlreiche freiwillige Mitarbeitende ermöglicht. Ein besonderes Highlight war die Teilnahme an der GEWABE 26. An einem gemeinsamen Stand mit den katholischen Pfarreien Bernhardzell und Waldkirch wurden viele positive Gespräche mit der Bevölkerung geführt.
Nebenbei gab es auch personelle Veränderungen: Das Ehepaar Menzi wurde in die Pension verabschiedet, ebenso verliess Diakon Daniel Gerber die Kirchgemeinde. Mit Samuel Zaugg als neuen Sozialdiakon wird das Team wieder vollständig, und Simea Gächter beginnt ihr Studium «Sozialdiakonie und Gemeindeanimation HF», während sie weiterhin aktiv in der Gemeinde mitarbeitet. Gleichzeitig steht die Suche nach neuen Mitgliedern für die Kirchenvorsteherschaft an, da in den kommenden Jahren Wechsel anstehen. «Hier hofft man auf eine Verjüngung», betont der Kirchenpräsident.
Leck gefunden – Wasserschaden behoben
An der letzten Kirchgemeindeversammlung genehmigten die Stimmberechtigten einen Investitionskredit für die Behebung des Wasserschadens im Keller des Kirchenzentrums. Dank überlegtem und vorsichtigem Vorgehen konnte der Wassereintritt lokalisiert und mit Bewässerungsproben nachgewiesen werden. Dabei wurde die Betontreppe entfernt, betroffene Bereiche von innen und aussen abgedichtet und der Aufgang durch eine neue Stahltreppe ersetzt. Die Kosten beliefen sich auf 89'884.90 Franken und lagen damit deutlich unter dem bewilligten Kredit von 195'000 Franken. Die Investitionsrechnung wurde von den Mitgliedern einstimmig genehmigt.
Audioanlage soll ersetzt werden
Das Budget 2026 sieht ein Verlust von 176'914 Franken vor, auf Grund diverser Investitionen. Trotzdem wurde es fast einstimmig genehmigt. So soll die Audioanlage in der Johanneskirche ersetzt werden, was die Verständlichkeit erhöhen wird. Auch die Glockentechnik im Turm der Johanneskirche muss saniert werden. Dies und weitere Posten führen zum veranschlagten Minus. Rüegger betont, dass es immer wieder Posten gebe, bei denen ein Aufschieben Folgekosten hätten, die weit höher seien. Dieses Argument – neben dem Schuldenabbau – überzeugte auch beim Steuerfuss, der nach wie vor auf 28% belassen wird.
Synodale wurden bestätigt
Alle drei bisherigen wurden wiedergewählt: Katja Brunnschweiler Weingart, Hauptwil mit 66 Stimmen, Markus Hemmerle, Bischofszell mit 62 Stimmen und Markus Ibig, Bischofszell mit 60 Stimmen. Die Kirchenvorsteherschaft gratuliert herzlich zur Wiederwahl und dankt im Voraus für das Engagement zugunsten der Thurgauer Landeskirche.
Leitbild und Werte
Der neue Leitsatz ist: «Nahe bei Gott – näher zu den Menschen». Ausgangspunkt war der Wunsch, sowohl nahe bei Gott verwurzelt zu sein als auch näher auf die Menschen zuzugehen. Dabei wurde erkannt, dass die Kirche vermehrt aktiv auf die Menschen zugehen muss, etwa durch Veranstaltungen ausserhalb der Kirche wie am Stadtfest, an der Gewerbeausstellung, durch die Kinderwoche oder die vielen Besuche durch den Besuchsdienst.
Im Zentrum steht der Auftrag, aus Gottes Liebe heraus füreinander und für andere da zu sein. Dies erfordert eine innere Veränderung, weg von einer ich-bezogenen Haltung hin zu mehr Aufmerksamkeit für Mitmenschen, erläutert Rüegger. Die zentralen Werte «gemeinsam glauben, lieben und hoffen» sollen dabei das Gemeindeleben prägen und aktiv gelebt werden. Das Leitbild soll nicht nur theoretisch bleiben, sondern durch Predigten vertieft und in den verschiedenen Teams konkret umgesetzt werden. Dabei wird betont, dass dieser Prozess Zeit braucht, um vom Verstehen ins Handeln zu gelangen. Ziel des Leitbildes ist es, die Gemeinde zu stärken und Menschen im Alltag authentisch mit dem Evangelium zu erreichen.
Neuer Sozialdiakon stellt sich vor
Ab 1. August wird Samuel Zaugg als neuer Sozialdiakon in der Gemeinde tätig sein. Er stellte sich kurz vor und erklärte, dass es für ihn wie eine Heimkehr sei. Er ist in Bischofszell aufgewachsen und in der Kirchgemeinde gross geworden. Nach der Lehre als Zimmermann zog es ihn an diverse Orte im Thurgau, hat das Studium am TDS in Aarau gemacht, arbeitete aber auch immer wieder als Zimmermann. Nicht weil es ihm langweilig war, er sieht jedoch gerne am Abend die dreckigen Hände der Arbeit des Tages, erklärt Zaugg. Er freue sich nun aber sehr darauf, ab August mit 70% als Sozialdiakon in der Gemeinde tätig zu sein und so nach Bischofszell zurückzukehren.
30.04.2026
Adrian Rüegger
Kirchgemeindeschreiber
In der Johanneskirche werden 2026 grössere Investitionen getätigt.
Der neue Treppenaufgang beim Jugendraum des Kirchenzentrums
Samuel Zaugg beginnt ab 1. August als Sozialdiakon