Wo Glaube, Politik und Brauchtum zusammenkommen
Die Bundesfeier auf dem Nollen vereinte christlichen Glauben, Politik und gelebtes Brauchtum. Das Festzelt war bis auf den letzten Platz besetzt. Durch geöffnete Seitenwände konnten auch die Besucherinnen und Besucher ausserhalb des Zeltes die Feier mitverfolgen.
Vergebung als zentrale Botschaft
Der katholische Seelsorger Christian Brändle aus Altstätten griff in seiner Ansprache das «Splitter-Balken Syndrom»-Bild aus der Bergpredigt auf. Er betonte die Bedeutung der persönlichen Vergebung und erinnerte daran, dass auch Gott den Menschen ihre Fehler vergibt.
Der pensionierte Pfarrer Richard Zberg aus Uetliburg sprach über die Gnade der Vergebung, die Jesus Christus am Kreuz für alle Menschen erworben hat. Er hob hervor, dass das weisse Kreuz im Schweizer Wappen ein Zeichen der Reinheit und Hoffnung sei und ein christliches Fundament widerspiegle, auf das die Schweiz stolz sein dürfe.
Vorbilder der Vergebung
Die pensionierte Pfarrerin und Mitorganisatorin Christa Heyd aus Bischofszell nahm die Anwesenden mit auf eine Reise zu bedeutenden Persönlichkeiten der Schweizer Kirchengeschichte. Anhand der Lebensgeschichten von Ida von Toggenburg, Wiborada von St. Gallen und Bruder Klaus von Ranft zeigte sie auf, wie diese Frauen und Männer Vergebung gelebt und weitergegeben haben.
Musik zwischen Tradition und Gegenwart
Musikalisch wurde die Feier abwechslungsreich gestaltet. Moderner Lobpreis wechselte sich mit stimmungsvollen Alphornklängen ab. Einen besonderen Akzent setzte das Jodel-6-tätt Los-ä-Moll aus Sirnach, das mit seinen Darbietungen gelebtes Brauchtum und festliche Atmosphäre miteinander verband.
Gebet für die Schweiz
Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik – Fritz Wälchli, Jakob Auer, Christina Fäsi und Andreas Sigrist – gestalteten Fürbitten für die Schweiz.
Im Anschluss an die Feier waren die Teilnehmenden eingeladen, unter der Leitung von Peter Schenk und Oliver Martin symbolisch einen Lastenstein beim Nollenkreuz abzulegen. Die gesammelten Steine werden anschliessend am tiefsten Punkt des Bodensees versenkt – als Zeichen dafür, Belastendes loszulassen und der Vergebung Raum zu geben.
Barbara Müller